Beyond the Horizon (Cape2Cape) Europa Nord
04. - 08. Juni 2024, Schaffhausen (CH) - Heidelberg (DE) (295 km)
Endlich war es soweit. Die schon sehr lange ersehnte Fahrradreise konnte beginnen. Am 4. Juni 2024 um 10.00 Uhr verabschiedete ich mich von meinen Eltern und machte mich auf den Weg zum Nordkap. Noch immer etwas nervös machte ich meine ersten von ca. 8'500 km. Schon nach wenigen Stunden erreichte ich Donaueschingen und verbrachte die Nacht auf dem Zeltplatz. An den nachfolgenden Tagen fuhr ich über Horb am Neckar und Bad Liebenzell nach Heidelberg. Ich übernachtete immer auf Zeltplätzen. Als ich in Heidelberg angekommen war, gönnte ich mir ein Hostel in der Stadtmitte. Danach konnte ich noch die wunderschöne Altstadt von Heidelberg anschauen. Da es mir hier sehr gut gefiel, machte ich meinen ersten Ruhetag.
Die Tour war wunderschön und abwechslungsreich. Wie immer auf solchen Touren, kommen Strassensperrungen dazwischen. Manche sind gut zu umgehen und andere brauchen etwas mehr Zeit. Das Wetter war auf meiner Seite und spielte mit Sonnenschein und angenehmen Temperaturen mit.
09. - 12. Juni 2024, Heidelberg - Frielendorf (306 km)
Noch etwas müde vom Stundenlangen herumlaufen und den Tourist spielen, machte ich mich auf den Weg. Da keine grösseren Städte in den nächsten 400 km vorkamen, musste ich auf Zeltplätzen übernachten. In Pensionen oder Hotels wollte ich nicht gehen. Das war aber kein Problem, da ich das Zelten mag. Im Schnitt machte ich die 80 km pro Tag und übernachtete in Amorbach, Kaltstein am Main, Freiensteinau und in Frielendorf.
Die Tour war sehr angenehm zu fahren. Dieses mal konnte ich wieder einige km auf ausrangierten Eisenbahnlinien meine km abspulen. War mal wieder etwas anderes. Keine grossen Steigungen und keine Autos. Es waren nicht viel Leute unterwegs und konnte so die tolle Landschaft ohne das gehetzt geniessen. Von nun an werden die Hügel verschwinden und langsam der Ebene Platz machen.
13. - 17. Juni 2024, Frielendorf - Bremen (408 km)
Auf grosse Strecken war ich auf dem Weser Fahrradweg. Da ich das unter der Woche machte, war ich grösstenteils alleine unterwegs. So konnte ich die Fahrt in aller Ruhe geniessen. Ab und zu verliess ich die Route um abzukürzen oder einfach noch einen besonderen Ort mitzunehmen. Wie z.B. das Steinhuder Meer und das atemberaubende Naturschutz Gebiet.
Übernachtet habe ich in Trendelburg, Hameln, Drakenburg und zum Schluss noch in Bremen. In Hameln und Bremen gönnte ich mir wieder eine Jugendherberge. Ist bei diesem Wetter viel angenehmer. Immer wieder fing es an zu regnen.
18. - 20. Juni 2024, Bremen (Stadtbesichtigung)
Wirklich frei waren diese Tage nicht. Mein Fahrrad musste in den Service. Meine Hinterradbremse funktionierte nicht mehr richtig. Als der Fahrrad Mechaniker das näher anschaute, bemerkte er, dass die Hinterrad Bremsbeläge verglasst waren. Somit mussten die Bremsbelege ausgetauscht und die Bremsscheibe geputzt werden. Zudem hatte ich vermehrt Probleme mit meinem Fahrrad-Navi. Ich konnte keine neuen Karten mehr herunterladen und das Synchronisieren funktionierte auch nicht immer problemlos. Da ich noch die alte Ausführung von Wahoo Element ROAM hatte, kaufte ich bei Amazon die V2 Version. Dieser sollte am 19. Juni mit der Post hier im Hostel eintreffen. Neben all den Sachen hatte ich noch ein wenig Zeit, die schöne Stadt etwas näher anzuschauen.
Das Päckchen kam einen Tag später, da musste ich noch einen Tag länger bleiben!!!
21. - 23. Juni 2024, Bremen - Flensburg (296 km) -- Tag 20 -- Durchquerung Deutschlad 1'310 km
Aus Bremen wieder herauszukommen war mit dem Radweg sehr einfach. Plötzlich war man wieder mitten in der Natur. Die Fahrt verlief ohne Promleme. Mir machte die Überfahrt der Elbe etwas kopfweh. Aber das fand ich auch noch heraus. Irgendwann war ich dann auf dieser und konnte die 30 minütige Fahrt geniessen. Nach 3,5 km war dann auch dieses Abenteuer überstanden. Von nun an ging es wieder weiter auf Fahrradwegen. Leider war die Qualität nicht immer so, wie ich mir das gewohnt war. Aber auch das überstand ich und kam auch so, meinen Ziel immer etwas näher.
Übernachtet habe ich in Krautsand (an der Elbe) und in Ahlefeld im Zelt. In Flensburg war ich wieder im Hostel.
24. - 27. Juni 2024 Flensburg (DE) - Hirtshals, DK (651 km)
Dänemark war für mich ganz etwas anderes. Natürlich gab es langweilige und sehr mühsame Momente. Aber da ich die meiste Zeit in Meeresnähe war, war es dann für einen Schweizer schon etwas Spezielles. Natürlich war man sehr dankbar, wenn man nur ab und zu im Sand fahren musste. Da ich aber Wetterglück hatte, konnte ich fast die ganze Zeit die Eindrücke voll aufnehmen und geniessen. Da ich mich mit dem Vorwärtskommen etwas vertan hatte, musste ich zum Schluss noch einen Endspurt einlegen. Die Fähre nach Norwegen musste erreicht werden. Norwegen wird wieder ganz anders werden wie Dänemark. Vor allem viel mehr Höhenmeter kommen dazu!!
Übernachtet hatte ich immer im Zelt
28. - 30. Juni 2024 Larvic (NOR) - Oslo, NOR (134 km)
Die 3,3 - stündige Überfahrt mit der Fähre von Hirtshals nach Larvic verlief problemlos. Als ich in Larvic ankam, suchte ich gleich den nächsten Zeltplatz auf. Der Endspurt hatte doch seine Spuren hinterlassen. Tags darauf ging es nach Horten, wo ich wieder auf einem Zeltplatz übernachtete. Am nächsten Tag musste ich auf die Fähre, um nach Moos zu gelangen. Anschliessend fuhr ich dann weiter nach Nesoddtangen, wo ich wieder eine Fähre nehmen musste, um nach Oslo zu gelangen. In Oslo ging ich zum Hostel und richtete mich ein.
03. - 10. Juli 2024 Oslo - Trondheim (658 km)
Nach drei Tagen Oslo, war ich froh, wieder auf zwei Rädern zu sein. Oslo ist eine schöne Stadt aber das Abenteuer unterwegs zu sein, ist noch viel grösser. Um die Agglomeration zu verlassen war relativ einfach, da alles auf Fahrradwegen stattfand. Aber der Verkehr und Kreuzungen waren schon etwas nervig.
Als im am Zeltplatz ankam, war das Wetter wie schon seit Wochen noch sehr schön. Aber für den anderen Tag und Folgetage war schlechtes Wetter angekündigt. Das machte meine Planung einen Strich durch die Rechnung. Eigentlich wollte ich die Abkürzung vom 7 Fahrradweg machen. Dieser ist kürzer und nicht so schön wie die Originalroute. Dazu kommt, dass es fast keine Zeltplätze gab. Somit wäre Wildcamping angesagt. Da entschied ich mich für die Originalstrecke mit Zeltplätzen und dafür etwas länger und mehr Höhenmeter. Nach einem kurzen Gespräch mit einem anderen Tourenfahrer war meine Entscheidung gefallen. Ich nahm die längere Variante. Nachdem ich mein Fahrrad Computer die neue Route herüberkopiert hatte, fuhr ich los. Natürlich hatte es gerade angefangen leicht zu regnen.
Die Strecke war abwechslungsreich und sehr gut zu fahren. Der Himmel war bewölkt und immer wieder viel leichter Regen. Aber die Sicht war immer noch OK. Als Höhepunkt war der Slatalswegen Pass der von Vagamo nach Dombas geht. Dieser ging bis auf 1180 Meter hoch. Leider regnete es an diesem Tag nur einmal. Je höher ich kam, desto stärker wurde auch der Wind. Ich fing an zu frieren, wie schon lange nicht mehr. Meine Fahrrad-Taschen wurden immer leerer, da ich das meiste anhatte.
Übernachtet habe ich immer auf Zeltplätzen aber da es merklich kühler wurde, gönnte ich mir mehrheitlich eine kleine Hütte. Diese sind immer mit einer Kochgelegenheit und Heizung ausgestattet. Was das Leben erheblich erleichtert.
13. - 21. Juli 2024 Trondheim - Bodø (835 km)
Bevor ich wirklich losfahren konnte, musste ich noch eine Fähre nach Vanvikan nehmen. Dort ist der Eurovelo 1 dem ich in den nächsten Wochen folgen möchte. Schon am Hafen von Trondheim traf ich eine andere Tourenfahrerin. Sie kam aus der Westschweiz und wollte auch zum Nordkap. So fuhren wir gemeinsam los. Schon nach wenigen Minuten war uns klar, dass wir fast alleine unterwegs waren. Kaum Autos und die Gegend war einfach atemberaubend. Auch die nächsten Tagen verliefen ähnlich und das Wetter spielte auch mit. Dieser Teil ist der Insel-Hopper, den wir mussten immer wieder mal eine Fähre nehmen und Brücken überqueren um ans andere Ufer zu kommen. Da wir als Radfahrer gratis mitfahren durften, motivierte uns und so konnte dieser Unterbruch problemlos hingenommen werden.
Da die Abfahrtszeiten Online waren, konnten wir unsere Fahrt danach richten. Nach ein paar Tagen fuhren wir wieder getrennt weiter. Die Fjorde wurden immer eindrücklicher und hinter jeder Kurve gab es immer wieder etwas schönes zu entdecken. Kurz vor Bodo überquerten wir den Nördlichen Polarkreis.
Am Schluss kamen noch die längeren Tunnels dazu. Aber diese waren gut beleuchtet und problemlos zu fahren.
Übernachtet habe ich immer auf Zeltplätzen. Da das Wetter wieder mitspielte, konnte ich wieder im Zelt übernachten.
22. Juli 2024 Bodø
Stadtbesichtigung, ausruhen und Vorbereitung auf die nächste Etappe.
23. - 30. Juli 2024 Bodø - Lofoten - Tromsø (580 km)
Auch dieses mal, musste ich zuerst eine Fähre nehmen. Die Fahrt dauerte um die 3,5 Stunden, um auf die beliebte Touristen Insel die Lofoten zu kommen. Dort geht die Euro Velo 1 Route bis zu Nordkap weiter. Da ich schon viel darüber gehört habe, bin ich gespannt, wie ich das erleben werde.
Landschaftlich ist das eine Perle. Die wunderschöne zerklüftete Landschaft ist einfach einzigartig. Hier herumzufahren ist wunderschön und macht riesig Spass. Da es auch nicht viel Höhenmeter abzustampeln gibt, macht die Sache auch einfacher. Was weniger Spass macht, ist der Massentourismus. An jedem Aussichtspunkt sind schon die Fahrenden Einfamilienhäuser und versperren den Platz. Das ist nervig und wirklich nicht das, was ich suche. Aber zum Glück gab es auch andere Stellen die ich in aller Ruhe entspannen konnte.
Schon kurz nach der Ankunft bei den Lofoten machte ich eine Wanderung auf den Reinebringen. Natürlich war ich da nicht allein, aber die Aussicht entschädigte dies bei weitem. Auf Senja machte ich eine Wanderung auf den Hesten Bei beiden Wanderungen hatte ich eine tolle Aussicht in die verschiedenen Fjorden.
Natürlich waren wieder unzählige Brücken zu überqueren und eine Handvoll Fährenfahrten waren auch nötig.
Als ich Tromsø näherkam, merkte ich das nicht wirklich. Plötzlich war ich nach einer längeren Brückenfahrt einfach da. Tromsø ist die nördlichste Stadt der Welt und ist auf einer sehr kleinen Insel gebaut.
Übernachtet habe ich immer auf Zeltplätzen. Das Wetter war bis auf eine Ausnahme immer gut. In Tromsö gönnte ich mir aber eine Pension.
31. Juli 2024 Tromsø
Stadtbesichtigung, ausruhen und Vorbereitung auf die nächste Etappe.
01. - 05. August 2024 Tromsø - Nordkap (560 km)
Am liebsten wollte ich noch ein paar Tage in Tromsö bleiben . Aber ich musste weiter. Mein Fahrrad war vom Fahrrad Mechaniker kontrolliert worden. Soweit war alles ok, nur die Kette musste ausgetauscht werden. Aber das hatte ich schon vorher gewusst. Kurz nach Tromsö kamen noch die zwei letzten Fährfarten, danach sollte bis Turku (Finnland) keine mehr kommen. Die Fahrt war wie immer sehr abwechslungsreich und sehr kurzweilig. Nach Alta wurde die Landschaft immer karger. Aber immer noch interessant zu fahren. Die Städte verschwanden und die Dörfer wurden zu Siedlungen. Das macht das Ganze etwas schwieriger, da die Distanzen zwischen den Läden und Zeltplätzen immer grösser wurden. Vor dem Nordkap campierte ich wild, da kein Zeltplatz in der Nähe war.
So habe ich auch auf dieser Etappe nur im Zelt geschlafen. Sogar beim Nordkap Zentrum. Da hatte es eine Wiese mit einem WC nebenan.
Der Norden von Norwegen hatte dieses Jahr einen Jarhundert Sommer. So lange so schönes Wetter, dass gab es noch nie.
Da ich schon zwei mal hier war, nahm ich das eher gelassen. Es hatte sich viel verändert aber die Kugel ist immer noch die gleiche.
06. - 14 August 2024 Nordkap (NO) - Rovaniemi (FI) (720 km)
Da ich den Weg schon am Vortag gefahren bin, konnte ich mir vorstellen, was auf mich zukommt. Da die steilen Anstiege Nordwärts sind, musste ich nicht mehr so in die Pedalen treten. Aber der berüchtigte Nordkap-Tunnel 6870 m, der war immer noch etwas herausfordendes. Abwärts und gerade aus waren nicht das Problem, sondern der überaus steile Aufstieg von 10%. Immerhin verläuft er 212 Meter unter dem Meeresspiegel. Die mehr oder weniger mühsame Küstenstrasse war immer noch ein Hochgenuss.
Irgendwann hörte diese auf und machte Platz für eine völlig neue Umgebung. Nun waren endlose Wälder das Tagesgeschehen. Am Anfang ging es ein bisschen bergauf und bergab. Dann wurde es flacher und der Gegenwind nahm zu und wurde zur grössten Herausforderung. Später kamen noch die Spalten der Betonplatten, die mich und mein Rad zur Verzweiflung brachten. Als Folge der vielen Schläge während der ganzen Reise wurde mein Hinterrad in mitleidenschaft gezogen. Eine Speiche wurde aus dem Felgen gerissen.
Zur Sicherheit entschloss ich mich, am 13. August für die letzten 120 Kilometer den Bus von Sodankylä nach Rovaniemi zu nehmen. Eine Empfehlung für einen guten Veloladen habe ich schon erhalten.
Als ich in Rovanieme ankam, fuhr ich zum Fahrradgeschäft. Dieses machte nicht nur von aussen einen guten Eindruck, den auch drinnen wusste man, was man zu tun hatte. Nach ca. einer Stunde hatte ich mein neues Hinterrad. Dieses soll anscheinend noch Stabiler sein, wie sein vorgänger. Auf meiner letzten Reise hatte mein Hinterrad drei Mal so lange seinen Dienst gemacht.
Nachdem ich wieder alles aufgeladen hatte, fuhr ich den nächsten Zeltplatz an. Tortz dem freien Tag in Sodakylä spürte ich doch noch eine gewisse Müdigkein. Nun bin ich wieder unter dem nördlichen Polarkreis.
Übernachtet habe ich immer im Zelt.
14. - 21. August 2024 Rovaniemi - Kuopio (600 km)
Mit dem neuen Hinterrad ging es weiter den Seen und Flüssen entlang. Da gab es wieder manche Plätze, die zum Verweilen einluden. Aber grösstenteils musste ich wieder auf stark befahrene Hauptstrassen. Glücklicherweise gab es Ausnahmen und die genoss ich. Denn diese waren nicht geteert und absolut Weg vom Treiben der Zivilisation. Da es in Oulu ein Stadtfest hatte, machte ich nur eine kleine Besichtigung der Altstadt und fuhr dann gleich weiter.
Danach gab es lange Strecken, die grösstenteils durch den Wald gingen. Diese waren eher langweilig und ohne gute Musik aus den Kopfhörern nicht machbar. Irgendwann war ich am nächsten Ort und kaufte für die Weiterfahrt ein. Dann ging es wieder von vorne los. Nach Kjaani wurde es besser und das Fahren wurde wieder einfacher.
Als ich Kuopio ankam, fuhr ich direkt zu einer Art Pension, die ich vorher über Booking.com gebucht hatte. Dies war seit Tromsö, das erste Mal, wo ich wieder in einem Bett schlafen konnte. Das Bett war super, leider hatte mein Zimmer kein Fenster. Damit hatte ich nicht gerechnet und in der Beschreibung stand auch nichts darüber. Darum ging ich am nächsten Tag gleich weiter. Lies aber einen Entsprechenden Kommentar bei den Bewertungen.
Da ich solche langen Strecken auch in Schweden antreffen werde, fing ich an, mir Gedanken zu machen, welche Route ich nehmen soll. Da wäre die geplante über Schweden oder die ich schon immer im Hinterkopf hatte, die Baltischen Staaten. Ich hörte von vielen Tourenfahrern das es wunderschön sein soll.
22. - 26. August 2024 Kuopio - Helsinki (540 km)
Kaum hatte ich Kuopio verlassen, ging es wieder in die Wälder. Diese waren im Gegensatz zum Norden nicht mehr so stark befahren. Auch die Strassen waren in einem besseren Zustand. So konnte ich gemütlich meine Kilometer abspulen. Aber nur wenn der starke Wind von hinten kam. Leider war das gefühlsmässig eher selten der Fall. So spulte ich auch diese Kilometer mit Gegenwind ab. Da die Ferienzeit vorbei war, war ich immer auf einsamen, aber sehr schönen Zeltplätzen. Zwischendurch kam ich an einer Stadt Names Jyväskylä vorbei, die ein Skigebiet, Kletterpark und vieles andere hatte. Das ich nicht in Anspruch nahm. Ausser natürlich das Übernachten auf dem fast leeren Zeltplatzt. Danach ging es im gleichen Stil weiter wie die Tage zuvor.
Da der Wind immer heftiger wurde, entschloss ich mich, in Lahti den Zug zu nehmen. Zudem merkte ich, dass ich müde war und eine längere Pause eine Gute Sache wäre. Als ich Tags darauf vom Zeltplatz zum Bahnhof fuhr, machte sich das linke Teil der Kurbel selbständig und fiel ohne Vorwarnung auf den Boden. Beim näheren Hinschauen bemerkte ich, dass ein Teil der Achse fehlte und es unmöglich war, das abgefallene Teil wieder anzuschrauben. Da ich nur noch einen Kilometer vom Bahnhof entfernt war, hatte ich Glück im Unglück. Hätte auch anders kommen können.
27. - 28, August 2024 Helsinki
Stadtbesichtigung, ausruhen und Vorbereitung auf die nächste Etappe.
In der zwischenzeit wird wieder ein Teil meines Fahrrades ausgetauscht. Nach dem Hinterrad ist jetzt die Kurbelwelle gebrochen. Hoffe, dass ich das Fahrrad in ein bis zwei Tagen wieder funktonsbereit zurück bekomme. Das ist nervig und kostet viel Zeit und Geld. Bei der letzten grossen Reise mit meinem "Tour de Suisse" Fahrrad, hatte ich das nicht.
Die Kurbel wurde ersetzt. Nun steht für die Weiterfahrt nichts mehr im Weg.
31. August - 08. September 2024 Estland, Lettland und Litauen (741 km)
Als ich Tallinn verliess, hatte es am Anfang noch geregnet. Die Stadt zu verlassen war relativ einfach. Fast den ganzen Weg war ein Fahrradstreifen vorhanden (nicht immer im besten Zustand). Aber das war kein Problem, Hauptsache, es gab einen. Die Esten fahren sehr vorsichtig und langsam. Als ich die Stadt hinter mir liess, kam ich an einsamen und fast menschenleeren Wäldern vorbei. Die Wege führten grösstenteils über asphaltierte Strassen, aber immer wieder gab es ein grösseres Stück Schotterstrasse. Diese waren in der Regel gut befahrbar. Völlig unerwartet hörte plötzlich die Strasse auf. Ein Schild wies darauf hin, dass es verboten war, weiterzufahren. Daher kehrte ich um und wählte eine andere Route. Dazwischen hatte ich den Strand fast neben mir. Dieser war atemberaubend schön. Leider müsste ich weiter. Je näher ich an Riga kam, desto mehr musste ich auf zum Teil stark befahrene Hauptstrassen ausweichen. Zum Glück waren dort sehr breite Radstreifen vorhanden. Als ich an die Stadtgrenze kam, wurde es mühsam. Man musste immer wieder die Strassenseite wechseln und unzählige Kreuzungen überqueren.
In der ersten Nacht habe ich sprichwörtlich mitten im Wald übernachtet. Für die zweite Nacht gönnte ich mir wieder ein Apartment. In Riga war ich für zwei Tage ebenfalls in einem Apartment mit Schlafzimmer, Küche und eigenem Bad. Dieses war günstiger als die meisten Hotels (Booking.com)
.
Die Stadt zu verlassen, war einfacher. Es entstehen neue Wohngebiete, die entsprechend angebunden werden müssen, was viele Baustellen zur Folge hatte, die ich mit dem Fahrrad leicht umfahren konnte.
Die Wälder die ich im Norden antraf, sind jetzt hier im Süden Landwirtschaftsflächen. Leider haben sich die Strassen verschlechtert. Die asphaltierten Wege wurden zu Holperpisten und die Schotterwege zur Kiesgrube. Teilweise musste ich absteigen und schieben. Da die Karten nicht immer korrekt waren, gestaltete sich die Planung etwas schwierig. Dennoch schaffte ich es, mein Ziel zu erreichen.
Einmal nahm ich eine kleine Fähre, um einige Kilometer zu sparen, da die nächste Brücke weiter östlich lag. Eigentlich wollte ich auch Kaunas besuchen, liess es aber aus Zeitgründen bleiben. Nachdem ich Mariampol hinter mir gelassen hatte, fuhr ich zur polnischen Grenze. Die nächste Unterkunft war nur noch 10 km entfernt.
09. - 18. September Polen (939km)
Beim Überqueren der litauisch-polnischen Grenze fehlte jeglicher Hinweis auf eine Landesgrenze – kein Grenzstein, kein Schild, nichts. Etwas überrascht setzte ich meine Fahrt zur nächsten Unterkunft fort. Die Strassen verbesserten sich leicht, blieben jedoch verbesserungswürdig. In der Regel fuhr ich auf „Nationalen Fahrradwegen“. Den grössten Teil der Strecke legte ich in der ersten Hälfte auf dem „Green Velo“ zurück, der für seine Herausforderungen bekannt ist. Besonders mit meinen vielen schweren Taschen, kann das mühsam werden. Gelegentlich führte die Strecke über eine stillgelegte Eisenbahn Strecke, was das Fahren etwas erleichterte. Dazwischen war das Städtchen Lidzbark Warminski, welches eine sehr schöne Altstadt hat.
In der zweiten Hälfte fuhr ich den R1 von Elblag nach Frankfurt an der Oder. Dieser war ganz anders: Die Strassen waren überwiegend geteert und in besserem Zustand, nur zwei kurze Abschnitte waren schottrig, aber gut befahrbar.
Ich habe in Polen meist in Gästehäusern übernachtet und im Schnitt 40 Euro pro Nacht gezahlt, einschliesslich Frühstück.
19. - 29. September Frankfurt an der Oder (DE) - Schaffhausen (CH) (890km)
Da die Fähre nur am Wochenende über den Genzfluss fährt, musste ich einen Umweg über Frankfurt (Oder) nehmen. Die Route führte dann durch Wälder und zahlreiche kleine Weiler, bis die Landwirtschaft allgegenwärtig wurde. Ich übernachtete überraschend gut belegten Zeltplätzen. In Dresden gönnte ich mir ein Bett auf einem Schiff, was eine amüsante Abwechslung darstellte. Da ich nur eine kurze Tour hatte, konnte ich Dresden genauer erkunden.
Am nächsten Tag setzte ich meine Reise fort, mit dem Ziel Tschechien, das ich für einen Tag besuchen wollte. Ab jetzt ging es steil bergauf, mit dem höchsten Punkt bei fast 1.000 m ü. M., den ich in Tschechien wieder vernichtete. Als ich Karlsbad erreichte, war ich mitten in einem touristischen Ort, was mir nicht gefiel, aber es war trotzdem erträglich. Ich war froh, dass ich diesen Ort am nächsten Tag wieder verlassen konnte.
Von nun an folgte ich dem Fluss bis fast zur tschechisch-deutschen Grenze. Danach radelte ich wieder ein Stück auf einer ehemaligen Eisenbahntrasse, die längst zu einem Fahrradweg umgewandelt worden war.
Nun war Nürnberg mein nächstes Ziel. Dieses konnte ich auf einer sehr abwechslungsreichen Stecke abspulen. Kurz nach der Grenze übernachtete ich in einer kleinen Pension und die Nacht darauf suchte ich mir einen Platz im Wald. Die meisten Zeltplätze sind leider geschlossen und die Unterkunftspreise in Stadtnähe sind exorbitant.
Nach der Nacht im Wald machte ich mich auf den Weg nach Nürnberg. Da die Stadt nur 50 km entfernt war und die Strecke flach war, kam ich vor 14.00 Uhr an. Nachdem ich in der Jugendherberge eingecheckt und meine Sachen verstaut hatte, begann ich meine Besichtigungstour.
Am nächsten Morgen fuhr ich nach Nördlingen, leider regnete es durchgehend. Nach der Ankunft bezog ich dankbar meine Unterkunft und verbrachte den Rest des Tages dort. Am nächsten Tag ging es nach Messkirch, wo sich das Wetter allmählich besserte. An meinem letzten Tag hatte ich perfektes Wetter zum Radfahren. Es fühlte sich seltsam an, die vertraute Umgebung nach vier Monaten wiederzusehen, in denen das Unbekannte vorherrschte, was jedoch seinen Reiz hatte. Um 14.00 Uhr war ich wieder in Beringen.
Am 29. September schloss ich die erste Etappe meiner Reise unfallfrei ab.
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